100'000 Gedanken verändern die Welt

Gedanke 99'999 ist jetzt schon sehr lange her. Der letzte Gedanke hat viel mehr Zeit zum reifen und verstehen gebraucht als gedacht. Zuerst wollte ich hier eine radikale Kritik der Non-Dualen Lehre schreiben. Stattdessen hat sich der Gedanke weiter und weiter gesponnen, bis ein integraler Gedanke entstanden ist.


In der Dualen Welt gibt es jeweils von jedem Ding das existiert sich und sein Gegenteil. Schwarz/Weiss, Freude/Trauer. Es gibt jedoch nicht nur die beiden Extremen, sondern auch alle Abstufungen dazwischen. Diverse Grautöne, Freude-Zufriedenheit-Neutral-Bedrückt-Traurig.


Man kann sich dies nun als eine Linie vorstellen. Wenn ich mich irgendwo auf dieser Linie befinde, dann sehe ich nach rechts und links jeweils Veränderungsmöglichkeiten, die Welt erscheint mir Dual/Polar. Wenn ich mich jetzt einfach bis ganz ans Ende begebe, ins nur noch Weiss oder Schwarz, in die Extreme Freude oder Traurigkeit, habe ich nur noch in eine Richtung, eine Veränderungsmöglichkeit. Ich kann nur noch in eine Richtung blicken und sehe nur noch Eins. Was ich jetzt sehe und Erfahre ist Eins, es gibt keine Graustufen mehr, alles erscheint mir als Eins. Die Singularität. Hier Erfahren viele Menschen einen Tordurchbruch, ein Erwachen des Bewusstseins, ein Durchschauen der Illusion eines persönlichen Ichs. Die Sehnsucht erlischt, die Suche hört auf. Ich verbrachte Monate in der extreme der Non-Dualen Leere. Ein Teil in mir war jedoch nicht zufrieden und die Sehnsucht war nicht ganz erloschen und die Suche hörte nicht ganz auf. Irgendetwas sagte mir, dass ich immer noch einer Illusion unterlag, dass ich einfach die Illusion des «Ich» gegen die Illusion des «Nichts» eingetauscht habe, etwa so, wie wenn man von einem Horrortraum in einen weniger schlimmen Albtraum hinüberdöst.


Tatsächlich kann die Erfahrung der Non-dualität einfach die extreme Erfahrung des Maximumlevels einer Ausprägung der Dualität sein. Dies in einer solchen Tiefe, dass es einfach für die letzte Wahrheit, die Singularität gehalten werden kann.


In einer tiefen Versenkung ist mir aber klar geworden und gezeigt worden, dass dies eben auch eine Illusion ist. In dieser Versenkung war ich plötzlich in ein helles Licht getaucht. Das Licht schien überall zu sein, es war angenehm und verursachte keine Blendung. Ich schaute an mir herunter und stellt fest, dass es nirgends einen Schatten gab. Weder unter meinen Füssen noch gab es an meinem Körper irgendwelche Schattierungen. Dies erschien mir physikalisch unmöglich und so erforschte ich dieses Phänomen. Dabei realisierte ich, dass ich die Quelle des Lichtes war, das Licht strahlte aus mir heraus und deshalb blendete es nicht und konnte keinen Schatten werfen. Ist die Sonne von ihrem eigenen Licht geblendet? Gibt es Schattenwurf auf der Sonne? Nein, wenn man selber die Quelle ist, gibt es kein Blenden und kein Schatten.


Schatten gibt es erst dann, wenn ein Planet sich vor das Sonnenlicht schiebt. Die eine Seite des Planten ist geblendet, die andere ist im Dunkeln und alles was hinter dem Planten ist, liegt im Schattenkegel. Genau so ist es mit uns. Jenseits der non-dualen Erfahrungen, erfahren wir uns selber als die Quelle, als das Licht. In der non-dualen Erfahrung gibt es noch den letzten Dualismus, die letzte Trennung von etwas (Körper-Geist-Organismus, individual-Teil-Bewusstsein) und der Quelle zu überwinden. Hier realisiert man, dass alles was im Dunkeln liegt, alles was Schatten wirft, von Dir selber erschaffen wurde. Jeder Schmerz, jede Identität, jede Anhaftung, jeder Aspekt von Dir ist Deine Kreation. Es sind Deine Planeten und Monde die um «Dich-das-Licht kreisen». Es gibt rein gar nichts, dass Dir Widerfahren ist, niemand hat Dir je etwas zugefügt oder weggenommen. Wenn man dies begreift, dann begreift man auch, dass alles was ich erschaffen habe, auch durch mich wieder zerstört werden kann. Ich kann meinen Schmerz, meine Muster, meine Ängste auch wieder nicht erschaffen. Du hast kein Licht – Du bist Licht



100'000 Gedanken verändern die Welt. Gedanke 99'999 
Jetzt wo die Gedanken beinahe zu Ende gedacht sind, realisierst Du, dass sich die Welt nicht verändert hat. Aber du hast dich verändert oder besser, das Du ist das Du, dass nicht ist. Es ist genau wie mit einer Fata Morgana in der Wüste. Du siehst die Fata Morgana und läufst auf sie zu, doch du wirst sie niemals finden, weil sie keine real existierende Grundlage hat. Trotzdem ist sie da. Dies ist der Unterschied zwischen Inexistenz und Illusion. Eine Illusion ist nicht inexistent, sondern findet nur in deinem Wahrnehmungsraum statt. Es wird wahrgenommen, hat aber keine reale Grundlage. Genau so ist es mit dem Du, mit dem Ich, dem Ego, der Persona usw. Du nimmst etwas in dir, an dir wahr, dass du als dein Ich, deine Person, deine Identität bezeichnest. Doch bist das wirklich du? Wenn da etwas ist, dass dieses ich wahrnimmt, bist du ja nicht dieses Ich, sondern das, dass dieses Ich wahrnimmt. Das Ich ist ein Objekt deiner Wahrnehmung! Was bist du dann? Bist du der, der wahrnimmt? Nein das kann auch nicht sein, denn dann wäre da ja wieder jemand der wahrnimmt, ein anderes wahrnehmendes ich. Du bist nicht der Wahrnehmende, denn dann wäre ja da auch wieder etwas das wahrgenommen werden könnte und du wärst also wieder Objekt einer Wahrnehmung. In Tat und Wahrheit ist da Nichts, das wahrnimmt, es ist nur die Wahrnehmung an und für sich ganz alleine. Nur Wahrnehmung! Was ist diese Wahrnehmung? Ein Gedanke? Ein Gefühl? Nein. Nur Wahrnehmung ist frei von allem. z.b. die Farbe Blau. Blau ist die reine Wahrnehmung. Kommt dazu ein Gefühl von: "ich mag Blau, oder dieses Blau mag ich nicht" Ist dies nicht Wahrnehmung, sondern Beurteilung und Bewertung. Ist da der Wunsch nach mehr Blau oder weniger Blau, ist dies auch nicht die Wahrnehmung von Blau, sondern bewusste oder unbewusste Wünsche, die zur Wahrnehmung dazu gemacht werden. Genau so verhält es sich mit allen Gefühlen und Gedanken. Z.B. Angst ist nur die reine Wahrnehmung. Hast Du nun Angst vor der Angst, willst du sie bekämpfen, weg haben, beurteilst du die Angst als schlecht und gefährlich, bist du nicht mehr in der Wahrnehmung der Angst, sondern bereits in deiner Geschichte der Angst.


Wahrnehmung ist frei von Attributen, Wünschen, Vorstellungen wie etwas zu sein hat, sozio-kulturellen Abmachungen, Erfahrungen der Vergangenheit. Reine, Seiende Wahrnehmung, ist das einzig reale, auf dass du dich immer verlassen kannst.

 

 

100'000 Gedanken Verändern die Welt. Gedanke No 99'998
Das Ich, die Persona (griechisch. Maske) ist etwas, dass entsteht nach der Geburt durch Erziehung, Sozialisation, Kultur und Interaktion mit der Welt. Es fühlt sich grösser an, als nur eine Idee, ein Gedanke zu sein. Vielleicht ist es ein Zusammenspiel von Gedanke (Idee), Gefühl (Empfindung), Geschichte (Erinnerung). Der Verstand/Geist hält dies dann fälschlicherweise für wahr und identifiziert sich damit. Das ich ist also eine Identifikation mit etwas falschem=unwirklichem=vergänglichem=sterblichem.


Wie kommt es dazu, dass ICH gesagt, wird, obwohl es kein ICH gibt? Wer ist das, der ICH sagt? Das ICH selber bezeichnet sich als ICH. Dieser Komplex, wie oben beschrieben (Gedanke (Idee), Gefühl (Empfindung), Geschichte (Erinnerung)) ist so stark mit sich selber identifiziert, dass es von sich aus sich selber als ICH bezeichnet und sich selber für wichtig und real hält.



Hunderttausend-Gedanken-Verändern die Welt: Gedanke 99 997
Glücklich wird nicht der, der die Welt seinen Wünschen anpasst, sondern der, der das Wünschen aufgibt.

 

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