Wer ist Gott?

...oder die Vorstellung die wir uns davon machen?

 

Es gibt bestimmt so viele Vorstellungen von Gott, wie es Menschen gibt, die sich eine Vorstellung von Gott machen. Betrachten wir aber diese Vorstellungen etwas genauer und brechen sie alle auf den kleinsten gemeinsamen Nenner herunter bleiben am Schluss noch zwei Varianten einer Gottesvorstellung übrig.

Die Persönlichkeitslehre

Da ist zum einen die Vorstellung Gottes der grossen monotheistischen Religionen.
Dieser Gott ist ein personifizierter Gott. Gott ist ein suprahumanes Wesen, der die Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen hat. Daher lassen sich gewisse Umkehrschlüsse auf Gott machen, auch wenn die nur soweit gehen, diesen Gott als ein individuelles Wesen zu beschreiben. Gott existiert irgendwo ausserhalb der Welt der Menschen und daher ausserhalb der materiellen Welt. Er ist der Schöpfer und Planer der materiellen Welt, geht aber nicht in diese ein. Er hat seine Boten (Propheten), die seine Botschaft verkünden. Im Christentum gibt es noch die grosse Ausnahme, dass zwar nicht Gott selber in die Materie hinabgestiegen ist, dafür hat er seinen Sohn in die Materie geschickt.

Gott ist also in der Persönlichkeitslehre ein transzendentes, suprahumanes Wesen, teilt aber grundlegende Charakteristika mit seiner Schöpfung, dem Menschen. Gott selber hat das Universum und die Materie durch seinen Willen geschaffen, geht aber nicht in diese ein.

Dies führt zu gewissen Handlungskonsequnezen. Der Mensch als Ebenbild Gottes, begreift sich als Krone der Schöpfung. Leben wird nicht als gleichwertig betrachtet, sondern es gibt eine Wertigkeit. Daher halten wir uns etwa Nutztiere und begreifen diese auch als solche. Sie sind zu unserem Nutzen da. Dieser Gedanke lässt sich weiterspinnen mit allen Konsequnzen bis hin zur ultimativen Rechtfertigung mit dem Bibelspruch: " Geht hin und macht euch die Erde untertan". Ich will hier selbst keine Bewertung vornehmen, sondern überlasse die weiteren Gedanken jedem Leser selber.  

Die Unpersönlichkeitslehre

Als zweite Möglichkeit einer Vorstellung Gottes haben wir die Vorstellungen eines unpersönlichen Gottes, der überall manifest ist. Diese Vorstellung finden wir bei vielen Naturvölkern, die zu den animistischen und schamanischen Religion gezählt werden können. In diesen Vorstellungen ist alles durch eine transzendentale Energie belebt und beseelt. Gott ist nicht auserhalb der Schöpfung, Gott ist die Schöpfung. Er durchdringt alles, und lebt in allem. Bei dieser Vorstellung hat ein Stein genauso eine Seele, wie der Mensch. Alles durchdringt alles und ist mit allem verbunden. Es gibt keine oder nur eine schwach ausgeprägte Wertigkeit von Lebewesen, alles ist gleichwertig. Diese Völker leben meistens als Jäger und Sammler. Dabei wird mit grossem Respekt um die Erlaubnis gebeten, ein Wesen zum Zweck des eigenen Überlebens töten zu dürfen. Die dabei entstande Schuld, wird aufwendig in Zeremonien wieder abgetragen. Die frühen Ethnologen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts haben hier das Bild vom "edlen Wilden" geprägt. Doch auch dieses existieren in einem eingebunden Sein, hat seine Nachteile. Es führt zu einem gewissen Stillstand, ja Fatalismus, da alles Ein und Dasselbe ist, und zu Diesem zurück kehrt, gibt es keinen Antrieb an den herrschenden Umständen etwas zu ändern.

Ich möchte hier, wie Sie sicherlich bemerkt haben, keine der beiden Vorstellungen favorisieren. Letztendlich wird keine der beiden Gott gerecht. Grosse, selbstrealisierte Menschen, die Gott nach jahrelanger Meditation in tiefer Versenkung geschaut haben, sagen alle einhellig, dass mit Worten Gott nicht zu beschreiben und nicht zu fassen ist.

In der vedischen Tradition finden wir ebenfalls beide Vorstellungen von Gott wieder.

Die Vaishavas sind etwa die Anhänger der Persönlichkeitslehre und die Brahmaivas der Unpersönlichkeitslehre. Daneben gibt es aber durch die genannten selbstrealisierten Seelen den Hinweis, dass die Verbindung beider Lehren der Realität am nächsten kommt. Wie so oft im Leben liegt die Lösung eines Problems nicht in der Favorisierung der einen Seite, sondern in der Synthese beider Seiten. Aus These und Antithese wird die SYNTHESE.

Der Mittelweg und der Weg des Kompromisses ist oft der beste Weg. 

 

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